Wie bleibe ich geistig und körperlich immer auf der Höhe?

Es sind die Kleinigkeiten, die Sie schon ab Mitte Vierzig beherzigen sollten, um im Alter fit zu bleiben.

Jetzt denken Sie, oje, es kommt die alte Litanei, nicht rauchen, nicht trinken, mindestens 3,5 Stunden Sport pro Woche und nur gesundes Zeug essen – wie langweilig.

Nein, es geht um die kleinen Änderungen, die Sie gar nicht merken.

Haben Sie schon einmal von Kneipp gehört? Können Sie sich vor eiskaltem Wasser grausen?  Dann probieren Sie es doch einmal mit einer heißen Dusche und am Ende lassen Sie kaltes Wasser nur über das Knie und die Wade laufen. Das reicht völlig aus, um sich etwas abzuhärten.

 

Ein weiterer, sehr leicht zu erfüllender Tipp ist die Regel, jeden Tag 1.700 Schritte zu laufen. Das sind ca. 1,5 km und die sind leicht an einem Tag zu schaffen! Damit müssen Sie nicht joggen oder gar ins Fitnessstudio gehen. Es reicht völlig, wenn Sie einmal eine Haltestelle früher aussteigen und zu Fuß nach Hause gehen. Oder Sie fahren zum Einkaufen einmal per Rad, sollten Sie nicht gerade Bierkisten einkaufen wollen. Oder Sie benutzen einmal mehr am Tag die Treppe. Gehen Sie dann sporadisch am Wochenende noch einmal 8-10 km wandern, dann ist das perfekt: Einmal atmen Sie gute Luft, zum Beispiel in der Eifel oder dem Bergischen Land, zum anderen verlassen Sie die Großstadt und entschleunigen, das aktive Wandern tut sein Übriges.

Zuletzt trinken Sie ausreichend Wasser am Tag. 2,5 Liter bis vielleicht sogar 3 Liter sagen Naturheilmediziner sind notwendig, um die Nieren ausreichend zu spülen und einer langfristigen Vergiftung im Körper vorzubeugen.

Sie müssen in früheren Jahren lernen, gut mit Stress umzugehen. Denn emotional ausgeglichene und stressresistente Menschen sind im Alter widerstandsfähiger. Was bedeutet nun besserer Stressumgang? Mit Frau Petra Siebert, Kreativforscherin bedeutet dieses, dass Sie neben ihrem erfolgreichen Wirken noch einen weiteren „Flow“ entwickeln müssen. Dieser Flow kann darin liegen, dass Sie joggen gehen und die Adrenalinausschüttung Ihnen diesen „Flow“ schenkt. Sie können aber auch – ohne Erfolgszwang – ein Projekt starten, zum Beispiel kreatives Arbeiten, wie malen, töpfern, musizieren. Und dieses ohne jeglichen Zwang, es geht um die Aktion, nicht um das Endergebnis. In dieser meditativen Arbeit sind Sie ganz Sie selbst und erholen sich von Ihrem alltäglichen Stress. Probieren Sie es aus, es wirkt Wunder.

Sie müssen zu sämtlichen Vorsorgeuntersuchungen gehen, am Besten auch zu denen, die Sie selber zu zahlen haben. Dazu zählt auch die Darmspiegelung und auch die Überprüfung der Augen inklusive des Augeninnendrucks, an Letzterem lässt sich ablesen, ob schwerwiegende Augenerkrankungen drohen.

 

Das sind fünf Punkte, die wirklich leicht zu erfüllen sind.

Wie aber halte ich mich geistig fit? Auch im Pensionsalter?

Heutzutage sind wir generell vitaler und sehen sehr viel jünger aus. Sie können Ihr biologisches Alter zwar nicht ändern, aber Sie können sich 12-15 Jahre jünger fühlen. Das bedeutet, dass Sie auch im hohen Alter noch sehr agil sein können. Und im Alter geistig und körperlich fitte Personen leben 3-5 Jahre länger, vgl. „Aktiv leben – gesund alt werden“, Weltgesundheitstag 1999, Bundesvereinigung für Gesundheit e.V. im Auftrag des BMin für Gesundheit.

Geistige Fitness und regelmäßige Bewegung: Die wichtige Erkenntnis vorab ist, dass selbst im hohen Alter sich immer neue Hirnzellen und Synapsen, die diese miteinander verbinden, bilden. Dafür aber müssen die Hirnregionen geschult werden. Das klappt nicht durch Kreuzworträtsellösen, sehr wohl aber durch  das Hören von klassischer Musik, einem Vortrag über Wirtschaft, Kunst, Kultur, eine Kunstausstellung oder einem interessanten Buch über ein Spezialthema, zum Beispiel die Etrusker. Am Besten graben Sie sich in das spezielle Thema ein, um danach eine Ausstellung über die Etrusker zu besuchen. Vielleicht schließt sich danach Ihr Interesse an, über eine andere Bevölkerungsgruppe mehr zu erfahren?

Wichtig ist weiter die Erkenntnis, dass Menschen mit Plänen selbst im hohen Alter ihr Risiko an Alzheimer zu erkranken, stark reduzieren. Welche Lebensziele und Aufgaben könnten das sein? Die Enkelkinder begleiten? Eine Dissertation schreiben oder eine Sprache lernen?

Vor allem müssen Sie Resignation und Allein sein im Alter vermeiden. Hier helfen Aktivitäten im Sportbereich oder im Kulturellen. Auch ein Ehrenamt kann sehr erfüllend sein. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, als Schulpate Schulkindern beim Lesen lernen zu helfen oder einfach als Zuhörer einen jungen Menschen anzuleiten? Im Ehrenamt finden Sie zudem Gleichgesinnte und haben Ansprache. Haben Sie Freunde, mit denen Sie wandern gehen oder Karten spielen? Wo finde ich neue Bekannte?  Auf speziellen Internetseiten für Ältere finden Sie auch Gleichgesinnte. Verlieren Sie die Scheu, es ist viel einfacher im Internet jemanden anzusprechen als real bei einer Vernissage!

Und Sie müssen Ihre Unabhängigkeit im Alter bewahren. Entsprechend muss über eine seniorengerechte Anpassung der Wohnung nachgedacht werden.  Machen Sie sich weiter Gedanken dazu, wie Sie im hohen Alter leben möchten und stellen Sie entsprechend frühzeitig die Weichen, indem Sie Ihrer Familie eröffnen, wie Sie sich das Leben dann wünschen. Oder – ohne Kinder – wen Sie einbinden, wenn Sie im hohen Alter weiterhin zuhause wohnen wollen.

Das sind alle keine Neuigkeiten für Sie? Daran sehen Sie, dass das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden muss. Vielmehr liegt mir daran, die einfachen Lösungen zusammenzutragen, damit Sie diese Punkte beachten und in Ihr Leben integrieren, auf dass Sie lange fit sind, um am Gesellschaftsleben aktiv teilzuhaben.

Maren Jackwerth

 

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