Yin Yang - Akupunktur als AlternativeWichtig: Diese Informationen dienen als Anregung, sie ersetzen nicht eine ärztliche Diagnose, sollten Sie Krankheitsanzeichen bei sich feststellen!

Wann hilft anstatt oder ergänzend die Naturheilmedizin oder auch Akupunktur?
Bei der Akupunktur (Lat.: acus = Nadel, punctio = das Stechen) ist ein Teilgebiet der TCM, der chinesischen traditionellen Medizin. Laut Wikipedia geht die TCM von Lebensenergien des Körpers aus (Qi), die auf definierten Längsbahnen, den Meridianen, zirkulieren und angeblich einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen haben. Ein gestörter Energiefluss und damit ein Überfluss an Yin oder Yang im Körper werden für Erkrankungen verantwortlich gemacht und sollen durch Stiche in auf den Meridianen angenommene Akupunkturpunkte ausgeglichen werden. Bei eng verwandten Methoden wird stumpfer Druck auf die Akupunkte ausgeübt (Akupressur) oder sie werden erwärmt (Moxibustion). Der Körper wird als Ganzes betrachtet, in der westlichen Sichtweise steuert das Gehirn alles, laut der Lehre der TCM sind die Organe die Transporteure aller Energie und des Ying und Yang. Der Kopf führt nur aus. 

Entsprechend anders ist der Ansatz in der TCM. Tritt eine Störung, zum Beispiel eine Erkältung, auf, so ist der Energiefluss gestört. Mittels Akupunktur wird dieser Stau an Energiefluss aufgebrochen, die Lebenskräfte fließen wieder harmonisch und der Ausbruch der Krankheit im Frühstadium kann unterbunden werden; sind bereits Krankheitsmerkmale vorhanden, so klingen diese danach ab.
Das Setzen der sehr feinen Nadeln ist frei von Schmerzen.
Es gibt mittlerweile unterschiedliche Studien, die belegen, dass Akupunktur durchaus (begleitend) helfen kann.
Sinnvoll kann Akupunktur insbesondere sein, bei Dauerschmerzen, Migräne, bei Schlafproblemen,  Nacken- und Rückenschmerzen, Arthrose, Kinderwunsch/sanfte Geburt oder auch allergischer Rhinitis (Heuschnupfen), Asthma, Bronchtis, Magen-/Darmerkrankungen, Neurodermitis, Depressionen, Rauchentwöhnung, Stress.

Die Frage dabei lautet, wollen Sie als Schmerzpatient dauerhaft Medikamente nehmen oder lassen Sie Akupunkturbehandlungen durchführen.

Hierbei ist aber sehr darauf zu achten, dass es sich um einen professionell arbeitenden Akupunkteur  handelt.
Bei dem Heuschnupfen ist zwischen permanenten Störungen und den sogenannten saisonalen Störungen zu unterscheiden. Dauerhafte Störungen, die das ganze Jahr über andauern, konnten mit Akupunktur effektiver verbessert werden.

Die Studie kam bei saisonalen Störungen zu unterschiedlichen Ergebnissen und muss entsprechend dort fortgeführt werden (Multicenter-Studie aus China/Korea an 238 Betroffenen im Bereich der allergischen Rhinitis/Heuschnupfen).

Eine deutsche Untersuchung zur saisonalen allergischen Rhinitis (ACUSAR) wurde kürzlich veröffentlicht. Dort zeichnete sich bei 422 Probanden ab, dass sich bei erfolgter Akupunktur das Beschwerdebild signifikant verbesserte. Bei der im Folgejahr erfolgten Nachkontrolle war der Gesundheitszustand der Gruppe mit Akupunktur den Scheinbehandelten gegenüber überlegen, nicht aber denen, die Antihistaminika erhalten hatten, von daher erscheint Akupunktur neben therapeutischer Maßnahmen das richtige Maß zu sein.

Die weltweit größte Akupunktur-Studie der Universität Berlin und der Charité belegt, dass Akupunktur ohne Nebenwirkungen den Patienten hilft.
Bei der Studie mit insgesamt 250.000 Patienten an der Berliner Charité kam heraus: Akupunktur wirkt sicher und dauerhaft gerade bei den großen "Volksleiden" Kopfschmerzen, chronische Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen. Durchschnittlich erhielten die Patienten mit den Indikationen Kopf-, Rücken- und Arthroseschmerzen sowie Heuschnupfen und Asthma zwischen sieben und 13 Akupunktursitzungen. Dabei wurden die Beschwerden bei 73 - 90 % der Patienten erheblich gelindert. Dieser Linderungseffekt hielt auch sechs Monate nach der Behandlung noch an.


Wirkungsweise der Akupunktur
1.    Die feinen Reize der Akupunktur hemmen die Weiterleitung des Schmerzreizes zum Gehirn.
2.    Nach der Akupunktur produzieren die Gehirnzentren psychisch ausgleichende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Hormone (Endorphine, Dynorphin u.a.).
3.    Nach neuesten Erkenntnissen fördert die Akupunktur über immunologische Mechanismen auch die Regeneration geschädigter Gewebe.
Eine klassische Akupunkturbehandlung mit Nadeln dauert zwischen 20 und 40 Minuten, wobei 10 bis 15 Sitzungen nötig sind. Einige Ärzte setzen daneben auch auf Naturheilmedizin und andere therapeutische Maßnahmen.
Unter Leitung von Andrew Vickers vom Memorial Sloan-Klettering Cancer Center in New York analysierten die Wissenschaftler die bisherige Studienlage zu dem Thema. Dafür werteten sie die Daten von 29 klinischen Studien mit insgesamt 17.922 Patienten aus, die unter chronischen Schmerzen am Rücken, in der Schulter, im Kniegelenk oder unter chronischen Kopfschmerzen litten. Oktober 2012 ist diese Studie erschienen: http://archinte.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1357513

Gerade die Ohrakupunktur ist hoch wirksam, da im Ohr „der gesamte Mensch steckt“ laut TCM. Im Ohr finden sich alle Körperentsprechungen, wie z.B. die Wirbelsäule.
Gerade im Ohrbereich bietet sich die Laserakupunktur an, da sie ohne Nadeln auskommt. Gut geeignet ist sie zudem bei Kindern.
Implantat-Akupunktur, da wird eine Nadel permanent im Ohr platziert, ist gut, um dadurch chronische Erkrankungen, u.a. Parkinson-Patienten zu behandeln.


Und spätestens seitdem sich die Krankenkassen 2007 dazu entschieden haben, die Akupunkturkosten zumindest bei chronischen Rücken- oder Knieschmerzen zu erstatten, scheint sich ein Trend zu alternativen Heilmethoden auch in Deutschland zu zeigen.

Achtung: Da Akupunktur ein Trend ist und viele Ärzte gerne ergänzende Maßnahmen für Selbstzahler anbieten, gibt es leider verkürzte Akupunkturausbildungen. Die Ärzte bieten dann Akupunktur an, können diese bei Nackenschmerzen/Verspannungen und Kopfschmerzen teilweise über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, haben aber oftmals zu wenig Erfahrung in dem richtigen Setzen der Nadeln. Solche Maßnahmen können dann nicht helfen.
Somit müssen Sie sich vorher eingängig mit den Anbietern auseinandersetzen und bestenfalls auch um Empfehlungen im Bekanntenkreis nachfragen. In Deutschland gibt es eine fundierte Ausbildung an der Deutschen Akademie für Akupunktur; gut ist auch, wenn die Ausbildung teilweise in China als Land der TCM absolviert wurde und der Akupunkteur bereits seit Jahrzehnten die Akupunktur ausführt.

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