zu Lebzeiten oder per Testament

Sie haben ein Haustier und sind alleine? Sie wissen nicht, was aus Ihrem Liebling wird, sollten Sie einmal nicht mehr sein? In einer erbrechtlichen Regelung kann auch hier Vorsorge getroffen werden, sodass einem Bekannten auferlegt wird, meist gegen Geld, für das Tier zu sorgen.

Dieses wird im Vorfeld mit der betreuenden Person besprochen und gibt Ihnen die Gewißheit, dass für Ihren Liebling immer gesorgt ist.

 

Wie sollten Sie konkret vorgehen?

1.            Sprechen Sie in Ihrem Bekanntenkreis, wer ebenfalls ein Tierliebhaber ist und bereit wäre, sich um Ihr Tier zu kümmern, sollten Sie nicht mehr rausgehen können oder versterben.

Für Tierhalter im Alter gibt es zudem ehrenamtlich tätige Tierpaten in den jeweiligen Städten. Die Senioren müssen zukünftig keine Angst haben, dass ihre treuen Wegbegleiter aus gesundheitlichen oder auch finanziellen Gründen abgegeben werden müssen. Oftmals sind Tiere im Leben der Senioren ein wichtiger Haltepunkt: Hierfür wurde unter dem Verein Stadttiere das Netzwerk "Senioren und Tiere", www.duesseldorfer-stadttiere.de, ins Leben gerufen. Betroffene können Sie an den Verein wenden und um Zuteilung eines ehrenamtlichen Paten bitten.

2.            Treffen Sie eine schriftliche Vereinbarung mit dem potentiellen Versorger, wie um ihr Tier zu Ihren Lebzeiten aber auch nach Ihrem Ableben gesorgt werden soll. Es kann ja immer einmal sein, dass Sie ins Krankenhaus und danach in die Reha müssen und das Tier nicht mitnehmen können. Hier ist aufzunehmen, welche Vorlieben Ihr Tier hat, welche Bedürfnisse zum Beispiel dieses beim Futter hat und ob es Medikamente nehmen muss. Wichtig ist natürlich auch, wie das Tier gegenüber Menschen und vor allem Tieren oder Artgenossen reagiert. Auch die Fellpflege ist aufzunehmen. Zuletzt sollte auch aufgeführt werden, wie mit dem Tier zu verfahren ist, wenn es verstirbt. Soll es – je nach Tierart - auf einem Tierfriedhof beigesetzt werden? Eine schriftliche Vereinbarung beinhaltet die Unterschrift beider Vertragspartner. Wichtig ist aber auch hier, dass Sie dem Versorger vertrauen können, dass er die Pflege tatsächlich, auch über Ihren Tod hinaus, vornimmt.

3.            In einem Testament lassen Sie zudem als so genannte Auflage aufnehmen, wie sich ein Bekannter oder auch Tierpate einer Organisation um das Tier kümmern soll. An sich stellt ein Tier juristisch eine Sache dar, entsprechend muss mittels einer Auflage korrekt formuliert sein, wer eine Aufwandsentschädigung für die Pflege und vor allem für welchen Pflegeumfang eines Tieres erhält. Hierzu ist es notwendig, einen Geldbetrag festzulegen, der dem Versorger für das Tier und seinen Aufwand an die Hand gegeben wird. Kontrolliert wird die Umsetzung der Auflage durch die Erben. Erbe kann auch eine gemeinnützige Organisation sein.

4.            Dem Versorger nach Ihrem Ableben sowie dem Erben müssen im Vorfeld jeweils eine Abschrift des Testaments übergeben werden. Die Testamentseröffnung dauert nämlich in der Regel bis zu mehrere Wochen. Das Tier aber muss umgehend versorgt werden.

Rechtsanwältin Maren Jackwerth, www.kanzlei-jackwerth.de

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