Nicht jeder, der hilfe- und pflegebedürftig ist, bekommt Leistungen aus der Sozialen Pflegeversicherung. Seitens des Gesetzgebers wurde vielmehr ein Katalog erstellt, wonach Personen eingeordnet werden. Dieser Katalog umfaßt Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Kann ein Angehöriger eine Vielzahl der dort aufgeführten Verrichtungen des täglichen Lebens selbständig nicht verrichten, zum Beispiel sich nicht ankleiden, kein Essen einkaufen und zubereiten, kann auf Antrag bei der Pflegekasse eine Einordnung in eine Pflegestufe erfolgen. Die Pflegekasse ist hierbei identisch mit Ihrer Krankenkasse. Ein Antrag erfolgt formlos. Dann wird der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) zur Überprüfung des Antrags eingeschaltet und nimmt einen Hausbesuch vor.

 

Wie kann dieser Besuch vorbereitet werden? Mittels eines Pflegetagebuchs, welche die Krankenkassen oder Pflegedienste bei Bedarf aushändigen. Hier wird der Pflegebedarf ermittelt und festgehalten. Anhand dieses Tagebuchs und des Besuchs beim Erkrankten legt der MDK die Zeiten fest, die als Pflegedienstleistung zu gewähren sind. Der MDK übersendet dann sein Gutachten an die Pflegekasse, welche über die Antragstellung und Einordnung in eine Pflegestufe entscheidet.

Die Pflegestufe I beinhaltet hierbei eine "erhebliche Pflgebedürftigkeit" mit Schwierigkeiten im Bereich der selbständigen Verrichtung der Körperpflege, Ernährung und Mobilität, wobei Dritte diese Arbeiten zu mindestens 46 Minuten pro Tag erledigen.

 

Pflegestufe II bedeutet "schwerpflegebedürftig" mit einer Übernahme der Aufgaben durch Dritte mit mindestens 2 Stunden täglich zu drei Zeiten.

 

Die Pflegestufe III beinhaltet die "Schwerstpflegebedürftigkeit" mit einem Umfang von mehr als 2 Stunden täglich, nämlich rund um die Uhr und auch in der Nacht.

Der Antrag wird rückwirkend bezogen auf den Zeitpunkt der Antragstellung beschieden, auch wenn die Überprüfung länger benötigt.

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